GERMAN-INDIAN PARTNERSHIP-PROGRAMME GIPP e.V.

Die Blindenschule der Venerini-Schwestern in Guwahati

Das Konzept der Venerini-Schwestern fußt auf dem Anspruch, das Gebot der Nächstenliebe für diese besonderen Menschen umzusetzen. Blinde werden in Indien aufgrund der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse von den Familien als Last empfunden und häufig  zum Betteln missbraucht.
Alle schwer sehbehinderten und blinden Kinder im schulfähigen Alter (in Indien ab 3 Jahren) werden, entsprechend der Platzkapazitäten, aufgenommen. Sie werden von Priestern der Diözese in die Blindenschule gebracht und in den Ferien auch wieder nach Hause geholt. Die Wege können bis zu drei Tagen dauern.

Religiöse und ethnische Zugehörigkeiten spielen keine Rolle. Zurzeit sind nur ein Drittel der Kinder Christen. Die Unterbringung, medizinische Betreuung und Ausbildung der Kinder ist für die Eltern kostenfrei, da viele Familien finanziell nicht dazu in der Lage wären oder sich damit auch nicht einverstanden erklären würden, da ein bettelndes Kind für sie lukrativer wäre. Jedes Kind wird zu Beginn medizinisch durchgecheckt und möglichst umfassend behandelt. In der Regel leiden die Kinder an den Folgen von Mangelernährung und massivem Parasitenbefall.
Durch Bildung und Erziehung sollen den Kindern Möglichkeiten eröffnet werden, einen Beruf zu ergreifen und somit ein weitestgehend selbstständiges Leben führen zu können.

Von Montag bis Samstag werden die Kinder täglich von den Schwestern im Haus gemäß den indischen Lehrplänen unterrichtet. Zusätzlich erlernen die Kinder die Braille-Schrift. Die unterrichtenden Schwestern sind als Blindenlehrerinnen ausgebildet.

Begabte ältere Schülerinnen und Schüler schicken die Schwestern entweder auf allgemeine öffentliche Schulen oder auf die Montfortschule, die auch von einer Ordensgemeinschaft geleitet wird. Dort sind die Schülerinnen und Schüler allerdings auf die Unterstützung ihrer sehende  Mitschüler oder Lehrer bei schriftlichen Arbeiten und Prüfungen angewiesen.
Auch außerhalb des schulischen Unterrichts legen die Schwestern größten Wert  darauf, die Schüler zur Selbstständigkeit zu erziehen. Sie werden an allen hauswirtschaftlichen Tätigkeiten in hohem Maße eigenverantwortlich beteiligt.

Teil des Konzepts der Venerini-Schwestern ist die musikalische Förderung der Kinder, die von externen Fachkräften jeweils sonntags vorgenommen wird.  Diese Förderung soll zum einen dem Ausgleich und der Entspannung dienen als auch der Verwurzelung in allgemeine indische als auch jeweilige ethnische musikalische Tradition.

Ein weiterer Baustein des Konzepts der Schwestern ist, dass sie die Kinder an ihrem religiösen Leben teilhaben lassen, ohne den Anspruch der Missionierung