GERMAN-INDIAN PARTNERSHIP-PROGRAMME GIPP e.V.

Auf Elefanten reiten und mit der Schöpfkelle duschen:

Ein Reisetagebuch der Indienreise salvatorianischer Schulen vom 21.10. - 02.11.2017
Die Indienreise erfolgte im Rahmen der GIPP (German-Inian Partnership-Programme e.V.)
Organisation, welche von Herrn Andreas Heise, Lehrer an der Salvator-Oberschule in Berlin,
geleitet wurde.

Eine kleine Gruppe von sechs Schülern, sieben Lehrern und einem Fotografen (jeweils
zwei/drei Lehrer und zwei Schüler aus drei salvatorianischen Schulen in Deutschland) machte
sich auf den Weg um in eine kleine Region des facettenreichen Landes Indien einzutauchen
und sich bewusst zu werden, wie wertvoll das Leben eigentlich ist und wie wenig man wirklich
zum Leben braucht, bzw. um glücklich zu sein.


Samstag und Sonntag (Tag 1+2):
Die Anreise nach Indien erfolgte über drei Flüge. Dem ersten von Frankfurt nach Abu Dhabi folgte
ein zweiter nach Delhi und ein dritter an den Zielort Guwahati, einer Stadt im Nordosten Indiens in
der Region Assam.
Da der Flug von außerplanmäßigen Wartezeiten geprägt war, die durch einen Triebwerkausfall eines
Flugzeuges hervorgerufen worden waren, betrug unsere Flugzeit mehr als 24 Stunden und wir
verpassten zudem gleich das komplette Programm unseres ersten Tages in Indien.


Montag (Tag3):
Als wir dann endlich in Guwahati angekommen waren, wurden uns Taxen zugewiesen, die uns zu
einem Restaurant brachten. Schon auf dieser Fahrt wurde uns bewusst, dass es in Indien wohl keine
Staßenverkehrsordung zu geben scheint. Warum es überhaupt Tempobeschränkungen gibt fragt man
sich, denn diese werden gerne mal mit doppelter Geschwindigkeit überschritten (von den
Überholmanövern in Kurven mal ganz zu schweigen). Nach Ankunft im Restaurant wurden wir von
Schwestern empfangen, die ein Blindenheim leiten. Das Essen dort wirkte Wunder und lies uns für
einen Moment die Strapazen der Anreise und die daraus hervorgehende Müdigkeit vergessen. Das
Essen war allerdings auch ein Vorgeschmack auf alle weiteren Mahlzeiten… es gab nämlich
eigentlich jeden Tag dasselbe… manchmal mehr und manchmal weniger gut gekocht.
Am selben Tag wurden wir dann auch noch nach Jawai gefahren. Die Fahrt dorthin dauerte eine
halbe Ewigkeit weshalb wir dort dann gleich in einer Art Gemeindehaus von den Patres mit einem
Abendessen empfangen wurden.
Nach dem Essen wurden wir dann außerplanmäßig in Familien aus dem Ort untergebracht.
Gemeinsam mit Frau Blattner und Frau König nächtigte ich also in einem kleinen lila Haus,
welches einer vielköpfigen Familie gehörte.
Das Erste was uns angeboten wurde nachdem wir dieses Haus betreten hatten war eine Tasse Tee
mit leckeren Keksen. Das Trinken von Tee gehört dort irgendwie zum Tagesablauf dazu.
Nach viel Smalltalk, welcher in schrecklich chaotischem Englisch und mit Händen und Füßen
geführt wurde, durften wir uns dann zurückziehen. In einem Durchgangszimmer mit feuchtem,
hartem Bett verbrachte ich die erste Nacht. Wenn man dann ein Bedürfnis verspürte, durfte man
sich die Taschenlampe ausleihen und die Treppen zur Außentoilette hinabsteigen.
Auch das Zähneputzen war ungewohnt: in einer kleinen Kammer standen verschiedene Töpfe mit
unterschiedlich warmem Wasser und einer Schöpfkelle. Man nahm also dieses Wasser, putzte sich
in normaler Weise die Zähne, spuckte dann den Schaum in die Ecke der Kammer und kippte Wasser
nach, sodass es durch das kleine Loch in der Wand abfließen konnte.
Insgesamt war die Nacht aber wirklich erholsam nach den vorausgegangenen mehr oder weniger
schlaferfüllten Flügen.


Dienstag (Tag 4):

Gegen halb fünf fielen die ersten Sonnenstrahlen ins Zimmer und der Ort fing an aufzuwachen.
Nachdem wir so gegen sieben dann geweckt wurden, machten die beiden Lehrerinnen und ich
Bekanntschaft mit der Dusche. Diese bestand nämlich darin, dass man sich aus den mit Wasser
gefüllten Töpfen mit der Schöpfkelle die optimale Wassertemperatur zusammenmischte und diese
dann langsam auf einem Hocker sitzend über sich verteilte…
Doch erstaunlicherweise reichte eine solche gemäßigte Dusche aus, um frisch zu werden. Im
Gegensatz zur Dusche stand das üppige Frühstück, welches extra für uns zubereitet worden ist.
Pfannkuchen, Eier, Porridge, hausgemachtes Brot,… das alles mussten wir unter wachsamen Augen
der Hausherrin probieren, bevor wir aufbrachen um die Schulen im Ort zu besuchen.
Nachdem sich unsere Gruppe dann wieder zusammengefunden hat, begann ein großes
Begrüßungsprogramm, welches extra für uns einstudiert worden ist. So saßen wir in der großen
Halle und bekamen einen Eindruck von indischen Tänzen und Liedern.
Diesem herzlichen Empfang folgten viele Bilder mit Lehrern und Schülern. Außerdem nutzten wir
diesen Tag um uns die Schulklassen anzuschauen. Wir durften uns sowohl mit den Lehrern als auch
mit den Schülern austauschen.
In den meisten Schulen dort herrscht Schuluniformpflicht; schon die ganz Kleinen tragen
Schuluniformen. Die Klassenräume sind einfach gehalten, eine Tafel genügt zusammen mit
abgenutzten Holztischen und Stühlen.
Dieser Schulbesuch hätte für uns alle eigentlich auch der Anfang einer Fotomodelkarriere sein
können… ich habe zuvor noch nie so viele Menschen gesehen, die sooo viele Fotos und Selfies
machen bzw. machen wollen.
Am Nachmittag brachen wir dann auf nach Nagaon. In dieser Stadt liegt eigentlich der zentrale
Verbindungspunkt, die Christ Jyoti School, in der auch unsere Austauschpartner aus dem letzten
Jahr zu Schule gingen (sie sind jetzt auf dem College).
Empfangen wurden wir hier auch wieder herzlich mit einem selbstkomponierten Lied der
Priesterschüler und Begrüßungsschals, die uns von den Schwestern um den Hals gehängt wurden.
Wir hatten dort einen Moment Zeit um mit den Jungs und den Schwestern Smalltalk zu führen
wobei ich prompt gefragt wurde, ob Hannes mein Mann sei, als ich erzählte, dass wir auf die
gleiche Schule gehen. Die indischen Verhältnisse sind eben doch ein wenig anders als die in
Deutschland.
Nach einem ausgiebigem Abendessen bei den Patres wurden wir dann von unseren
Austauschschülern (Anjela, Nazrin, Janab, Tushar) abgeholt und verbrachten dann dort die erste
Nacht (mit WLAN!).
Ich übernachtete mit einer Schülerin aus Steinfeld (Nina) bei Nazrin, die uns auch sofort erklärte,
dass wir die Außentür auf jeden Fall immer abriegeln sollten „for our own safety“…


Mittwoch (Tag 5):
Der Tag begann früh morgens mit der Erklärung, dass die Dusche momentan nicht funktioniert und
wir uns somit wieder mit erwärmtem Wasser begießen mussten.
Warmes Müsli stellte unser Frühstück dar. Anschließend stand der Besuch der Christ Jyoti School
in Nagaon auf dem Programm.
Es gab wieder ein Begrüßungsprogramm für die Fraktion aus Deutschland. In der großen
Eingangshalle standen alle Schüler diszipliniert in Reihen; rechts die Mädchen, links die Jungs; alle
in ihren Schuluniformen die je nach Geschlecht variierte.
Überhaupt der ganze Ablauf des Programms war penibel strukturiert und lief mit einer Disziplin ab,
wie sie am Salvatorkolleg unvorstellbar wäre ;-).
Nach dem herzlichen Empfang durften wir in Kleingruppen die Schulklassen besuchen. Die
Schulklasse die ich besuchte, hatte Fragen vorbereitet. Sie befragten uns auf Englisch über Albert
Einstein (hier musste ich erst einmal schlucken… woher soll ich das denn bitte wissen?). Meldete
man sich für eine Frage, so musste man aufstehen, um sie stellen zu dürfen.
Den Besuch in dieser Klasse fand ich persönlich am angenehmsten. Die Schüler waren ungefähr in
unserem Alter und man konnte relativ unkompliziert mit ihnen reden. Man tauschte sich über
Lieblingsfächer, Hobbies, Musik,… aus, was von allen wissensdurstig aufgesogen wurde. Was mich
minimal irritiert hat war, dass fast alle Mathe als Lieblingsfach nannten.
Auch Musik wird überall groß geschrieben. Ich glaube eine gute Stimme oder Talent zum
Gitarrespielen ist bei allen Indern in den Genen verankert.
Der Austausch mit Schülern aber auch mit Lehrern war Inhalt des kompletten Tages.
Als der Tag dann zu Ende ging besuchten wir noch die etwas abgelegeneren Colonies; ein kleiner
sehr schmutziger, armer Fleck am Rande des Existenzminimum…
Die Behausungen, in denen häufig mehr als fünf Personen lebten, waren in etwa so groß wie ein
Fahrradschuppen bei uns. In dem Raum war nur Platz für ein großes Bett, welches sich die ganze
Familie teilte, und einem kleinem Schrank. Danach folgte schon die Tür nach draußen, wo sich die
Toilettenstelle oder ähnliches befand.
Im hintersten Eck dieser Gemeinschaft war ein riesiger Müllplatz, auf dem ein Feuer loderte und
unter Freisetzung giftiger Dämpfe den Müll in sich aufnahm.


Donnerstag (Tag 6):
3:30 Uhr… Nach einem etwas hektischen Frühstück standen wir alle wieder versammelt vor der
Christ Jyoti School und stiegen in unsere Taxis ein, welche uns zum Startpunkt der geplanten
Elefantensafari brachten. Es dauerte ein paar Minuten bis man aus dem Nebel die ersten Schatten
von Elefanten unterschiedlichster Größen erkennen konnte.
Zu zweit oder zu dritt durfte man auf den Rücken eines ausgewachsenen Elefanten klettern, der
durch Druck an den Ohren gelenkt wurde.
Auf unserer kleinen Tour durch teilweise noch überflutete Wiesen genoss ich ein wundervolles
Gefühl der Freiheit und Unbeschwertheit. Wir sahen wild buffalos, wild pigs, rhinos, deers and
different kinds of birds. Leider kam uns aufgrund der vorausgegangenen Regenzeit kein Tiger
entgegen.
Frau Blattner, Frau König und Pater Friedrich, welche sich einen Elefanten geteilt hatten, stiegen
am Ende der Tour etwas wackelig aber mit sehr zufriedenen Gesichtern von ihrem Reittier.
Nach einer kurzen Frühstückspause ging es dann weiter mit einer Safari auf vier Rädern, in der man
hauptsächlich die schöne Landschaft bewundern konnte.
Da wir alle eine hellere Hautfarbe hatten, waren wir zu Beginn der Tour die Attraktion in unseren
Jeeps. Hannes beispielsweise war umringt von indischen Mädels, die alle unbedingt ein Selfie mit
ihm machen wollten (natürlich nur, weil er eine helle Hautfarbe hatte!).
Nach dem wirklich leckersten Mittagessen der ganzen Reise im Elephant Restaurant war es auch
schon Zeit sich auf den Rückweg nach Nagaon zu begeben und sich dort dann in traditionelle
indische Klamotten zu hüllen. An diesem Abend waren wir nämlich alle auf ein kleines Fest bei
einer Lehrerin eingeladen. Abgesehen von dem schönen Unterhaltungsprogramm, Kontakte
knüpfen, dem leckeren Essen,… gab es Bier! Mit Erlaubnis der Lehrer war es uns gestattet, zwei
Dosen zu trinken, was bei seinem Alkoholgehalt allerdings auch ausreichend war für manche in der
Gruppe!
Peinlich wurde es für die gesamte Reisegruppe allerdings erst gegen Ende des Abends, als die
Gastgeber uns aufforderten ihnen noch etwas von der deutschen Kultur nahezulegen. 99 Luftballons
von Nena mit einer Gruppe von Leuten unterschiedlichster Musikalität zu singen war keine so gute
Idee, wurde aber von den Indern gefeiert als wären wir Helene Fischer in ihren besten Zeiten.
Freitag (Tag 7):
Mit „Probiers mal mit Gemütlichkeit…“ wurden wir heute aus dem Bett geschmissen. Dieses Motto
leitete uns durch die einberufene Krisensitzung unserer Reisegruppe, in der man frei äußern konnte,
was einen umtrieb. Danach ging es dann weiter mit dem Besuch in der Christ Jyoti School in Ding,
in der wir wieder von Herzlichkeit, Offenheit und Fotographierfreude überfallen wurden, sodass die
Gruppe manchmal kaum laufen konnte und jedes Mitglied immer von einer Traube Schülern oder
Lehrern umringt war.
Nach dem Mittagessen schnupperte unsere Truppe ein bisschen indische Marktluft, bevor man sich
dann gemeinsam zu einem Schulfest der Christ Jyoti School begab (Parents Celebration). Bevor
dort allerdings das wunderschöne Programm der Schüler und Lehrer begann, musste unsere

Reisegruppe zwei Stunden durchstehen, die sich durch langweilige, unverständliche und
unmotiviert vorgetragene Reden auszeichneten.
Die Show danach machte die Reden allerdings wieder gut. Geniale Tänze und Lieder versetzten uns
in andere Welten.


Samstag (Tag 8):
Der letzte Tag in Nagaon, bei unserer Gastfamilie, brach an… als man sich dann in der Schule von
allen verabschieden musste, hatten die indischen Austauschschüler alle Tränen in den Augen. Man
musste hoch und heilig versprechen wiederzukommen und sie alle nicht zu vergessen (aber wie
könnte man das…).
Daraufhin machten wir uns auf den Weg nach Guwahati zur Blindenschule der Venerinischwestern.
Dort angekommen begrüßte uns eine Kinderschar mit lautem Gesang. Auch diese Schule hatte ein
Begrüßungsprogramm für uns einstudiert, wobei ich sagen muss, dass es von allen das
beeindruckendste und bewegendste war. Zu sehen, wie die Kinder lernen mit ihrer Blindheit
umzugehen und an ihr wachsen, hat irgendetwas in mir verändert. Dadurch, dass sie einander nicht
sehen konnten war schon einmal ein Vorurteilsfaktor verschwunden; man beurteilte nicht nach dem
Aussehen. Man musste sich alles durch Berührungen oder Worte zeigen; oder durch Musik. Musik
ist in diesem Haus tief verankert. Eine solche gefühlvolle Art von Musik hatte ich noch nie erlebt.
Es schien, als würden dort alle Ängste, Sorgen, Hoffnungen, Träume,… zusammenlaufen; als wäre
das ein Band, das alle verbindet.
Am späten Abend fuhren wir dann weiter nach Shillong, zu einem Haus der Salvatorianer. Dort
angekommen wurden die Koffer in den Zimmern verstaut; nicht ohne vorher die warmen Jacken
rauszunehmen, da Shillong etwas weiter oben lag.
Nach dem Abendessen erhielten wir dann noch das WLAN-Passwort, was auch Frau Blattner und
Frau König veranlasste sich zu den Schülern zu gesellen und die Welt an ihrer Reise teilhaben zu
lassen.


Sonntag (Tag 9):
Nach dem Frühstück brachen wir schon wieder auf nach Laitkynsew, einer kleinen Gemeinde, die
irgendwo im Nirgendwo zwischen ein paar Bergen lag. Diese Gemeinde hatte an dem Tag ihr
Gemeindefest. Dort durften wir dann an einer Messe teilhaben, in der wir zwar nichts verstanden
haben aber gespannt den schönen Liedern lauschten. Es war zudem amüsant zu beobachten, wie
gewissen Personen neben mir immer mal wieder die Augen zufielen.
Was mir positiv an dem fast zweistündigen Gottesdienst aufgefallen war ist, dass der Pfarrer
während seiner Predigt wirklich mit den Leuten redete und nicht nur seine warnenden Worte vor
sich hin leierte… Er lachte und redete auf einer Ebene mit den anwesenden Gottesdienstbesuchern.
Am Nachmittag wurde dann in der Kälte mit verschiedenen Tänzen und Preisauszeichnungen
gefeiert (sog. „cultural programme“).Untergebracht waren wir hier in einer „Pension“, die weiche
Betten aufwies (himmlisch!). Allerdings machten wir hier die erste Bekanntschaft mit Kakerlaken,
welche sich unter dem Bett befanden…!


Montag (Tag 10):

Ein Tee am Morgen vertrieb Kummer und Sorgen; vor allem an einem Morgen, an dem man sich
darüber bewusst werden musste, dass man den Tag über mehr als 3000 Treppen im Dschungel
hinuntersteigen wird um „lebendige Brücken“ (Brücken aus Wurzeln u.ä.) zu sehen. Für 20 Rupien
(70 Rupien = 1 €) konnte man sich dann einen Wanderstock ausleihen, was sich als wirklich sehr
hilfreich erwies. Über viele Treppenstufen, schmale Wege und wackelige, instabile Brücken, durch
wunderschöne Landschaften, die geprägt waren von türkisblauem Wasser und vielen malerischen
Wurzelgebilden, erreichten wir dann endlich die „lebendigen Brücken“ und einen schönen
Wasserfall. Andi, unser Fotograf aus Amerika hatte alle Hände voll zu tun, um alle
Gruppenmitglieder in der richtigen Pose vor dem Wasserfall abzulichten.

Auf dem Rückweg merkte man durchaus Schritt für Schritt, dass die Kräfte schwanden; und doch
hatte ein Teil der Gruppe noch genug Kraft, um an geeigneter Stelle über einen Felsen in eine kleine
Bucht zu rutschen, um dort die Wassertemperatur zu testen.
Als sich dann alle wieder am Ausgangspunkt eingefunden hatten, trat man in der Dunkelheit die
Rückfahrt nach Laitkynsew an. Dort wurden dann alle hungrigen Mäuler mit leckerem Essen aus
dem Holiday Resort gestopft. Aufgrund dessen, dass ich von Frau König schon wegen meiner
Augenringe als Zombie bzw. Brillenbär bezeichnet wurde, erkannte ich, dass es Zeit war sich in die
Schlafgemächer zu begeben und den vorletzten Tag versiegen zu lassen.


Dienstag (Tag 11):
Der letzte Tag begann wieder mit einer wohltuenden Tasse Tee und einem warmen ausgiebigen
Frühstück. Daraufhin wurde die Schule in dem kleinen Ort besucht und dessen Nähstube besichtigt,
die von GIPP e. V. finanziert worden ist. Dieser kleinen Besichtigung folgte erneut ein
Begrüßungsprogramm, mit anschließendem Mittagessen.
Im untersten Geschoss der Schule war eine kleine Tafel angerichtet, auf der es von regionalen
Spezialitäten nur so wimmelte. Die Frauen der Gemeinde hatten dieses Mahl zusammengestellt.
Froschschenkel befanden sich auch in einem der Töpfe und ich muss wirklich sagen, auch wenn ich
vorher nicht wusste, was ich gegessen habe: so ein Schenkel schmeckt erstaunlich gut.
Nach dem Essen fuhren wir zurück nach Shillong, wo wir unsere letzte Nacht verbringen sollten.
Auf dem Weg dorthin besuchten wir noch die Kathedrale um das Grab Otto Hopfenmüllers, welcher
etwa ein halbes Jahr in der Region Assam gelebt und dort einen Katechismus in Kashi erstellt hatte
(Übersetzungen des Alten Testaments, des Lebens Jesu und des Lebens Mariens,…)
Als es dann dunkel wurde erkundeten wir noch in zwei Gruppen das städtische Marktleben, fielen
nach einem ausgiebigen Abendessen dann aber auch alle todmüde ins Bett; jeder versuchte so viele
Decken über sich zu schichten wie es nur ging, da auch das Haus der Patres - wie fast alle Häuser -
nicht beheizt wurde.


Mittwoch (Tag 12):

Und der Tag der Abreise war gekommen… nachdem wir uns die Geschmäcker der letzten
Frühstücksleckereien eingeprägt hatten, wurden wir nach ausgiebigem Händeschütteln an den
Flughafen gebracht. Von dort ging es dann wieder durch sämtliche Securitychecks durch, bis wir
dann endlich im Flugzeug nach Kalkutta saßen. Dieser Inlandsflug war eindeutig der lustigste Flug
überhaupt… ich glaube alle Leute, die um Nina (Schülerin aus Steinfeld) und mich herumsaßen
dachten, dass wir unter Drogeneinfluss standen.
Wie dem auch sei, nach einem kurzen Aufenthalt in Kalkutta (mit duty free Einkäufen) flogen wir
dann weiter nach Abu Dhabi. Von dort aus erreichten wir dann am frühen nächsten Morgen den
Flughafen Frankfurts an dem sich die gesamte Gruppe, etwas traurig aber auch sehr zufrieden und
entschlossen sich irgendwann wiederzutreffen, voneinander verabschiedete.
-We will all meet again and until then we have to lock the door for our own safety-
Vielen lieben Dank für die wunderbare Reise und die vielen vielen positiven aber auch für die
nachdenklich stimmenden Eindrücke, die sich uns durch die Reise eröffnet haben.


Sophia Binder, Kursstufe 2 (Schülerin aus Bad Wurzach)